Teilzeitstudenten. Die richtige Balance zwischen Job, Studium und Familie finden

Balance between Job, School and Family

Wie soll ich das alles schaffen? Nächste Woche muss ich die Hausarbeit abgeben, ich muss das Treffen des Vorstands organisieren und mein Sohn hat auch noch Geburtstag. Part-Time-Studenten sehen sich oft mit solchen Situationen konfrontiert und versuchen ständig Job, Studium und Familie unter einen Hut zu bekommen. Diese sogenannte Work-Study-Life-Balance kann vor allem durch strukturiertes Zeitmanagement und verschiedenen Methoden der Stressbewältigung erreicht werden.

Berufsbegleitend studieren – wie funktioniert das?

Die Teilzeitstudenten der HHL Leipzig Graduate School of Management arbeiten neben dem Studium Vollzeit in ihrem Job. Unter ihnen ist auch Sven Prager, der im dritten Semester das berufsbegleitende MBA-Programm an der HHL absolviert. Der verheiratete Familienvater arbeitet seit drei Jahren bei Porsche in Leipzig und entschied sich 2014 für die Management-Weiterbildung. Seitdem verbringt er einmal im Monat ein Wochenende auf dem Campus der HHL, muss regelmäßig Hausarbeiten und Fallstudien erarbeiten und plant im nächsten Jahr seine Masterarbeit zu schreiben. Für Prager sei wichtig, dass sich die Dozenten die Situation der Part-Time-Studenten bewusst machen, um zum Beispiel Fristen für Hausarbeiten von vornherein flexibel und individuell zu organisieren. Außerdem sollten Teilzeitstudenten auch am Wochenende Zugang zur Bibliothek haben und Literatur jederzeit online abrufen können. „Die Flexibilität der HHL spielt beim Zeitmanagement des Studiums eine große Rolle. Sie hat sich auf die Part-Time-Studienmodelle MBA und Master in Management spezialisiert“, so Prager.

Vorausschauendes Planen und Prioritäten setzen

Seitdem Sven Prager mit dem MBA-Studium begonnen hat, versucht er ständig, all seinen Verpflichtungen gleich gerecht zu werden. Dazu gehören der Job bei Porsche, das Studium und natürlich seine Familie. „Am Anfang wollte ich in allen Bereichen 100 Prozent geben“, erzählt der dreifache Vater. „Aber ich habe schnell gemerkt, dass das nicht funktioniert und ich Prioritäten setzen muss. An gewissen Stellen sind Abstriche unvermeidlich.“ Neben dem Setzen von Prioritäten spielt auch vorausschauendes Planen eine wichtige Rolle. „Die Entscheidung für ein berufsbegleitendes Studium sollten die künftigen Studenten früh und gemeinsam mit ihrer Familie besprechen“, empfiehlt Martina Beermann, Diplom-Psychologin und Direktorin des Career Centers an der HHL. Besonders in der Familie sollten dann die Aufgaben klar verteilt werden, damit es später nicht zu Missverständnissen und Problemen kommt. Zudem helfe es, die Zeit strukturiert in die verschiedenen Lebensbereiche einzuteilen. „Die Teilzeitstudenten sollten sich verbindliche Lerntage oder Lernstunden festsetzen und gleichzeitig feste Zeiten für die Familie einplanen“, sagt Beermann. Auch der Arbeitgeber kann zu einem effektiven Zeitmanagement beitragen. „Vor Beginn eines MBA- oder MSc-Teilzeitstudiums sollten die Rahmenbedingungen auf jeden Fall mit dem Arbeitgeber abgeklärt werden“, rät die Diplom-Psychologin. Dabei könne zum Beispiel eine Stundenreduzierung vereinbart werden, die dauerhaft freie Tage für das Part-Time-Studium vorsieht.

Den Ausgleich zu Job und Studium finden

Vorausschauendes Planen, Prioritäten setzen und die Kommunikation mit Dozenten, Arbeitgeber und Familie reichen manchmal nicht aus, um die Balance zwischen Job, Studium und Privatleben zu finden. Es kann zu Kollisionen kommen, indem Studenten eine Abgabefrist verpassen oder familiäre Pflichten nicht wahrnehmen können. Solche Situationen können enormen Stress verursachen, mit dem Teilzeit-Studenten vor allem zu Beginn des Studiums zu kämpfen haben. „Stressbewältigung spielt bei einem nebenberuflichen Studium eine große Rolle“, sagt Martina Beermann. Um den Stress von Anfang an zu reduzieren, gäbe es unzählige Möglichkeiten, zum Beispiel in Form von Bewegung oder Meditation. „Ich spiele in meiner Freizeit gern Basketball oder versuche Zeit zu finden, um ein gutes Buch zu lesen. Ein Ausgleich zu Job und Studium ist wichtig, damit man auch mal abschalten kann“, erzählt MBA-Part-Time-Student Sven Prager. „Mit Stress umzugehen ist eine sehr individuelle Frage und jeder, der berufsbegleitend studiert, sollte so früh wie möglich herausfinden welche Methoden sich am besten in den Alltag integrieren lassen“, rät Psychologin Beermann.

Keine Angst vor der Zukunft

Stressbewältigung und Zeitmanagement heißen auch, dass Teilzeitstudenten sich früh mit der Zeit nach ihrem Abschluss beschäftigen. „Das kann den Stress enorm reduzieren“, sagt Psychologin Beermann. „Studenten können beispielsweise zu Beginn ihres Studiums versuchen, ihre Zukunft grafisch darzustellen. Nach ein paar Monaten kann man diese Darstellung dann wieder hervorholen und sich anschauen was man in dieser Zeit schon erreicht hat“, führt Beermann aus. Meistens sei man sich seiner erreichten Ziele oft gar nicht so bewusst und Methoden, wie die Visualisierung der eigenen Zukunft, könnten gerade bei Teilzeitstudenten den Druck durch Job, Studium und Familie reduzieren. Neben individuellen Strategien, die Zukunft zu planen, bietet die HHL mit dem Career Center auch unterschiedliche Beratungen zu der Zeit nach dem Studium an.

Tipps für den Alltag

Techniken zur Stressbewältigung lassen sich auch ganz unkompliziert in den Alltag eines Teilzeitstudenten einbauen. „Oft gibt es Tage an denen wir abends nach Hause kommen und denken, dass alles schief gelaufen ist“, erzählt Martina Beermann. „Manchmal hilft es, sich Glücksmomente und Erfolge stärker bewusst zu machen. Am Ende des Tages realisiert man dann, dass der Tag eigentlich doch nicht so schlecht war und manchmal können ein kurzes nettes Gespräch mit den Kollegen oder ein gutes Frühstück die Laune erheblich verbessern“, sagt die Psychologin. Kurze Meditationsphasen am Morgen oder Abend können auch helfen, gut in den Tag zu starten und abends das Geschehene Revue passieren zu lassen.

Berufsbegleitendes Studium. 6 Tipps für das Zeitmanagement und die Stressbewältigung

• Vorausschauend planen
• Prioritäten setzen
• Ständige Kommunikation mit Arbeitgeber, Dozenten und Familie
• Den Ausgleich finden durch Sport, Meditation, usw.
• Frühe Karriereplanung
• Zukunftsvisionen darstellen