MiM vs. MBA: Zwei Master, zwei Studenten, zwei Wege zum Ziel

MiM vs. MBA

Auf die Plätze, fertig, los. Der Kraftakt: MiM – Master in Management (M.Sc.) versus MBA – Master in Bunsiness Administration! Wer gewinnt, wer verliert, welcher der beiden Master-Studiengänge ist wohl besser? Jetzt heißt es, gute Argumente zu finden. Doch mal langsam! Im direkten Vergleich kann es keinen Sieger geben. Beide Studien-Disziplinen und Abschlüsse haben nicht nur ihre Daseins-Berechtigung – mehr noch: Sie sind auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten und zugleich maßgefertigtes Sprungbrett für eine echte Karriere. Bestes Beispiel hierfür sind Katharina Knuth und Christoph Wülfing von der HHL. Sie haben die Frage, welcher Studiengang zu Ihnen passt, bereits entschieden und dabei ganz unterschiedlich beantwortet. Während die 25-Jährige kürzlich mit dem Master in Management (M.Sc.) begonnen hat – studiert der 32-Jährige bereits im dritten Semester das Vollzeit MBA Programm.

„Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein“ – mit diesem Satz des deutschen Unternehmers Philip Rosenthal hat Katharina Knuth nicht nur ihre Bachelor-Arbeit an der FH Erfurt beendet, er ist inzwischen auch so etwas wie ihr persönlicher Leitspruch geworden. Denn so viel ist klar: Katharina Knuth ist gut. Und: Sie will noch besser werden. Ein Grund, der die Erfurterin nach ihrem BWL-Studium und erster Berufserfahrung in Berlin vor einem Monat an die HHL geführt hat, wo sie seither den Studiengang Master in Management (M.Sc.) absolviert. Der klassische Master gehört dabei zu den konsekutiven Studiengängen. Das bedeutet, dass er inhaltlich auf das vorherige Studium abgestimmt ist und fachlich darauf aufbaut.

Bei der Entscheidung für diesen Abschluss war das hochschuleigene Recruiting-Team ihre erste Anlaufstelle. „Dort hat man mir geholfen, herauszufinden, zu welchem Studiengang ich mit meinem persönlichen Hintergrund und meinen Bedürfnissen passe“, sagt Katharina Knuth. Ihr Vorteil: Sie wusste schon da ziemlich genau, wonach sie suchte. „Ich wollte gern alles mitnehmen“, sagt sie und meint damit zweierlei: einerseits lag ihr viel daran, nach anderthalbjähriger Berufstätigkeit im Sportmanagement noch einmal alle Vorzüge eines Direktstudiums auszukosten: „Ein internationaler Campus, eine gute Atmosphäre, der Erwerb theoretischen Wissens in Verbindung mit praktischer Erfahrung“, meint die 25-Jährige. Außerdem sei der universitäre konsekutive Masterabschluss für sie „der nächste logische Schritt“ innerhalb ihrer Ausbildung gewesen. Er ist grundsätzlich theoretischer aufgebaut, forschungsorientierter. Man kann dadurch tiefer in die Materie einsteigen. Außerdem werden einem viele Möglichkeiten zur Vertiefung und Spezialisierung an die Hand gegeben. Vor allem die Kombination des theoretischen Wissens in Verbindung mit Praktika und Auslandsterms habe sie überzeugt.

Und noch etwas war ihr wichtig: An der HHL herrscht eine echte Gründer-Atmosphäre. Nicht nur, dass dieses Thema nun in diversen ihrer Kurse eine zentrale Rolle spielt, auch viele Vorbilder in Form von Alumni und Kommilitonen, die für eine weltoffene und dynamische Stimmung sorgen, beflügeln Katharina Knuth auf dem Weg zu ihrem Ziel: „Ich möchte irgendwann meinen Traum leben und selbst ein Unternehmen gründen.“

Mit genau diesem Traum ist auch Christoph Wülfing an die HHL gekommen. Der gebürtige Wiesbadener ist sogar schon einen Schritt weiter und hat eine konkrete Geschäftsidee vorgelegt. Auch wenn sein Fahrplan feststeht – eine Fahrt ins Blaue, das ist nicht sein Ding. Der 32-Jährige will vielmehr über seinen MBA-Studiengang die beste Route zum Ziel finden. „Ich habe in Regensburg und Münster Jura studiert, habe das erste Staatsexamen gemacht und dann mit dem Referendariat angefangen“, erzählt er. Ein persönliches Schicksal habe ihn allerdings vom anfänglichen Ziel des Volljuristen abgebracht. „Es gab irgendwann die Überlegung, ob der klassische Anwaltsberuf überhaupt noch das ist, was ich wirklich machen will.“ Immer mehr liebäugelte er mit der Start-up-Idee, die für ihn bis heute Herzenssache ist.

Doch neben dem Herzen braucht es Verstand. „Ich kenne mehrere Absolventen, die in Leipzig an der HHL studiert haben und heute erfolgreich ein Unternehmen führen. Die Start-ups, die aus dieser Hochschule hervorgegangen sind, waren ein Hauptgrund, mich hier für den MBA zu bewerben“, sagt er. Der MBA-Studiengang, der sich mehr an Bewerber ohne BWL-Hintergrund richtet, die jedoch beruflich schon Fuß gefasst haben, sei nicht ganz so forschungsorientiert wie der MiM und widme sich praxisnaher den Problemen und Herausforderungen des Managements.

Dabei kommt Wülfing auf seinen Exotenbonus zu sprechen. Warum? Nun, seine Kombination aus Diplom-Jurist und MBA ist eher selten im Gegensatz zur Verbindung aus Jurist mit dem Master of Law. In dieser Entscheidung wurde er übrigens von HHL-Alumnus Philipp Tenbieg bestärkt. „Er ist ein guter Freund von mir und hat einst den dritten MBA-Jahrgang an der HHL besucht. Heute ist er ein erfolgreicher Unternehmensberater, auf dessen Rat ich zähle“, sagt Wülfing. Die Kombination aus MBA und Jura sei vielversprechend. Gerade auch im Hinblick auf Karrierechancen, wenn es mit der Idee der späteren Selbstständigkeit nicht klappen sollte. Das Ganze klingt logisch. „Als Jurist hat man eine rechtswissenschaftliche Grundausbildung und ist daher im strukturellen und logischen Denken gut trainiert, dass für viele Probleme im Business-Alltag hilfreich ist.“ Umgekehrt könne er sich hier betriebswirtschaftliches Knowhow aneignen und sich spezialisieren. Das alles konkret durch die verschiedenen Wahl-Module. „Ich kann also sagen: Ich hab ‘ne Idee, ich will gründen, also fahre ich in der Entrepreneurship-Schiene und wähle die dazu passenden Kurse“, erklärt Wülfing.

Auch für den MBA gibt es Zulassungs-Voraussetzungen. „Ich bringe drei Jahre Berufserfahrung mit, habe in zwei Kanzleien, bei Gericht und der Staatsanwaltschaft in Münster und in Freiburg gearbeitet“, so Wülfing. Außerdem musste er genau wie Katharina Knuth seine Englisch-Kenntnisse im so genannten toefl-Test nachweisen und den „Graduate Management Admission Test“ (GMAT) ablegen. Jetzt, im dritten Semester freut er sich schon auf das „Internship“, ein dreimonatiges berufliches Praktikum, das er in Berlin absolvieren will. „Hier gibt es ansässige Inkubatoren und Company-Builder, wie Rocket Internet, HitFox oder Project A, die viele Start-ups hervorbringen, betreuen, und finanzieren. Es wäre schön, dort wertvolle Einblicke in Unternehmen zu bekommen, die erst am Anfang stehen.“

Doch zurück zur HHL. „Wir sind 33 Kommilitonen in der Klasse aus 15 verschiedenen Nationen“, sagt Wülfing begeistert. Und so wundert es nicht, dass der gebürtige Wiesbadener, der für seine Geschäftsidee brennt, schon Mitstreiter gefunden hat: aus Chile, Indien, Australien, Rumänien. „Da ist man fast schon global aufgestellt, bevor man überhaupt gegründet hat“, lacht er, bevor er sich mit Katharina Knuth übers Studium austauscht.

Natürlich steht die 25-Jährige jetzt erst am Anfang ihrer Masterausbildung. Auch ganz praktische Überlegungen haben übrigens ihre Entscheidung für einen Master in Management an der HHL beeinflusst: Im Gegensatz zu vielen anderen Business-Schools immatrikuliert die Leipziger Managerschmiede auch zum Sommersemester. Auf diese Weise konnte Katharina Knuth unnötige Wartezeiten vermeiden und sofort mit der Ausbildung beginnen – ganz getreu ihres Leitspruchs, der zugleich für viele Studierende an der HHL gelten könnte: „Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein.“

Master in Management (M.Sc.)

Zielgruppe: Studenten wirtschafts-wissenschaftlicher Bachelorstudien-gänge, die, aufbauend auf ihrem ersten Studienabschluss, weiter-studieren möchten.

Typ: konsekutiver Studiengang, aufbauender Masterstudiengang

Inhalte: Das Studium ist forschungs- und methodenorientiert aufgebaut und vermittelt Einblicke in die internationale Managementpraxis, die durch einen Auslandsterm gefestigt werden kann. Trotz des generalisitischen Ansatzes, können sich Masterstudenten spezialisieren und 4 aus insgesamt 8 Wahlmodulen etwa in den Bereichen „Finance“, „Accounting“, „Marketing“, „Logistics & Supply Chain Management“, „Innovation Management & Entrepreneurship“, „Strategy“, „Economics & Regulation“ und „Advanced General Management“ auswählen Ein Praktikum und Student Consulting Project ergänzen die Theorie.

Dauer: 21 bis 24 Monate in Vollzeit. 24 – 30 Monate in Teilzeit.

Voraussetzungen:

  • Bachelorabschluss in Betriebswirtschaft oder äquivalenten Fächern
  • mindestens drei Monate Berufserfahrung
  • GMAT oder (nur im part-time Master in Management) HHL Entry Test
  • Nachweis der Englischkenntnisse (z.B. TOEFL)

Ziel:

  • Vermittlung von theoretisch fundierten betriebswirtschaftlichen Kenntnissen und Führungskompetenz
  • Rüstzeug für eine Position als Nachwuchsführungskraft oder eine Funktion mit Projektverantwortung in unterschiedlichen Unternehmensbereichen in international tätigen Unternehmen
  • Vorbereitung auf Unternehmensgründung
  • Promotion

Master of Business Administration (MBA)

Zielgruppe: Hochschulabsolventen aller Fachrichtungen mit mind. 3-jähriger Berufserfahrung, die sich praxisrelevantes Managementwissen aneignen, Führungsverantwortung übernehmen möchten und/oder Unternehmen gründen wollen.

Typ: nicht-konsekutiver Studiengang, weiterbildender Masterstudiengang

Inhalte: Das Studium ist sehr praxisorientiert aufgebaut. Lehrinhalte werden u.a. durch die Einbeziehung von Fallstudien, einem studienbegleitenden „Field Project“ vermittelt oder durch ein optionales Praxisterm sichergestellt. Parallel zum wirtschaftswissenschaftlichen Background wird großer Wert auf Führungs- und Sozialkompetenz, Teamverantwortung- und Innovationsmanagement gelegt.

Dauer: 15 bis 21 Monate in Vollzeit. 24 Monate in Teilzeit.

Voraussetzungen:

  • Hochschulabschluss
  • mindestens drei Jahre Berufserfahrung
  • GMAT oder (nur im part-time MBA) HHL Entry Test
  • Nachweis der Englischkenntnisse (z.B. TOEFL)

Ziel:

  • Vermittlung von praxisorientiertem und international ausgerichtetem Management-Knowhow und Führungskompetenz
  • Rüstzeug für eine Position als Führungskraft im mittleren und gehobenen Management oder eine Funktion mit Projektverantwortung in unterschiedlichen Unternehmensbereichen in international tätigen Unternehmen
  • Vorbereitung auf Unternehmensführung oder -gründung