Hotspot Deutschland

Doctoral Program

Wer früher was werden wollte, ging ins Ausland, um dort seinen MBA zu machen. Heute kann man getrost in Deutschland bleiben und trotzdem international Karriere machen.

Harvard, Wharton oder Stanford – das waren lange Zeit die ersten Adressen in den USA, an die sich angehende Manager und Führungskräfte wenden mussten, wenn sie nicht irgendeinen MBA-Abschluss in der Tasche haben wollten, sondern einen mit Renommee. Immerhin ist der MBA der sogenannte Ritterschlag für jene, die in Führung und Management Karriere machen wollen.

Die USA sind das Heimatland des MBA. Der größte Teil aller Bewerber, die den Graduate Management Admission Test (GMAT) erfolgreich abgelegt haben, schicken ihre Testergebnisse an amerikanische Business Schools. Ohne GMAT kein MBA.

Doch seit einigen Jahren ist auch Deutschland im Wettbewerb um attraktive MBA-Standorte auf dem Vormarsch. Immer mehr junge Akademiker wollen in Deutschland bleiben oder hierherkommen, um Management zu studieren. Während 2011 nur 16 Prozent der deutschen MBA-Anwärter ihre GMAT-Ergebnisse an deutsche Hochschulen schickten, waren es 2015 schon 25 Prozent. Damit ist der MBA in Deutschland auf Rang zwei und somit attraktiver als die Programme in Großbritannien und Frankreich.

“Die MBA-Ausbildung in Deutschland kombiniert deutsche Spitzenleistung und globale Relevanz”, Professor Dr. Horst Löchel, MBA Direktor der Frankfurt School of Finance and Management. So wie die Business School in Frankfurt bieten hierzulande zahlreiche Hochschulen sehr gute international akkreditierte Programme an, die in renommierten Rankings auftauchen, so wie auch die HHL Leipzig Graduate School of Management. „Wir haben uns zwischenzeitlich ein eigenes Profil erarbeitet“, sagt Professor Andreas Pinkwart, Rektor und Inhaber des Stiftungsfonds Deutsche Bank Lehrstuhls für Innovationsmanagement und Entrerpreneurship an der HHL. Dazu verweist Pinkwart auf Standortvorteile, die eben nur in Deutschland zu finden sind. “Das Konzept der sozialen Markwirtschaft und die auf nachhaltigen unternehmerischen Erfolg ausgerichtete Kultur der Familienunternehmen erklären global den Erfolg der deutschen Wirtschaft und finden bei jungen Menschen immer mehr Anklang.“

Allianz der fünf Besten

Damit sich gerade auch die internationalen Bewerber nicht im Pool der rund 500 MBA-Programme im deutschsprachigen Raum verirren, hat sich Pinkwart gemeinsam mit den vier renommiertesten Schulen Deutschlands zur Marketinginitiative „MBA Alliance Germany“ zusammengeschlossen. Gemeinsam wollen HHL, ESMT Berlin, die Frankfurt School of Finance and Management, die Mannheim Business School und die WHU – Otto Beisheim School of Management jene Vorteile herausarbeiten, die Ausbildung an den fünf renommierten Business Schools hier in Deutschland ausmacht.

Denn zum theoretischen Unterricht, für den deutsche Universitäten weltweit anerkannt sind, bieten die fünf Business Schools einen hilfreichen Praxisbezug. Aber nicht nur das. Die Ausbildung in Deutschland ist vor allem kostengünstiger als in Übersee, die Unterrichtssprache ebenfalls Englisch und die Klassenzusammensetzung sehr international. Zudem stehen die Karrierechancen gut. „Dass deutsche MBA-Programme mehr in den weltweiten Fokus rücken, bestätigen auch Personaler großer internationaler Firmen. Unsere Absolventen haben nicht nur gute Jobaussichten in Deutschland, sondern auch im Ausland”, sagt Professor Dr. Jens Wüstemann, President of Mannheim Business School. Zudem locken deutsche Unternehmen mit interessanten Managementpositionen und vor allem mit guten Einstiegsgehältern. Die Wirtschaft boomt und die persönlichen Netzwerke florieren. Aber auch die persönliche Entwicklung kommt nicht zu kurs. „Die meisten Programme bieten Auslandsaufenthalte an. Zudem unterstützen zusätzliche Lehrkäfte renommierter Business Schools die Lehre“, sagt Professor Dr. Jens Wüstemann, President of Mannheim Business School. Auch für internationale Kandidaten ist das Angebot also attraktiv. Sie finden sich leicht zurecht, vor allem auch durch eine großzügige Visaregelung: Bis zu 18 Monate nach dem Studienabschluss dürfen sie im Land bleiben und einen Job suchen. Wer also das Weite-Welt-Flair sucht, braucht dafür nicht unbedingt nach New York gehen, sondern kann auch in Frankfurt fündig werden oder in Leipzig. An der HHL studieren Studenten aus 22 Ländern in einer Klasse von 43 Studenten, an der Mannheim Business School sind unter 60 MBA-Teilnehmern 26 Nationalitäten.

Die Programme der “MBA Alliance Germany” strahlen inhaltlich und auch personell längst über die eigenen Landesgrenzen hinaus.

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Richtig gute Netzwerke in führende Dienstleistungs- und Industrieunternehmen“

Robin Brohl – HHL MBA Alumni

Robin Brohl – HHL MBA Alumni

„Ein MBA in Deutschland ist in meinen Augen die perfekte Verbindung von deutscher Qualität und modernster MBA Unterrichtsmethoden in einem internationalen Kontext“, sagt Robin Brohl. Heute, zwei Jahre nach seinem Abschluss, leitet er das operative Geschäft des Accelerators der Media-Saturn. „Mit dem Accelerator investieren wir in junge Unternehmen, die strategisch zur Media-Saturn passen“, so der 33-Jährige. Media-Saturn operiert in 15 Ländern weltweit und ist das führende Elektronik Fachgeschäft in Europa.

Robin Brohl ist weit gekommen und doch in seiner Heimat geblieben. Er studiert in Hamburg BWL und macht sich schon während des Studiums selbstständig. Er gründet mehrere Unternehmen, darunter eine Vergleichsplattform für Immobilien im Internet und eine CRM Software für Marktforschung und Vertriebsorganisationen. Nach diesen erfolgreichen Gründungen flattern die ersten Jobangebote ins Haus, doch Brohl will sich nicht festlegen, sondern weiter professionalisieren. Dann folgt der MBA. Auf der Suche nach der richtigen Business School schaut sich der 33-Jährige mehrere MBA Programme im Ausland an und evaluiert sie. London ist eigentlich sein Favorit. Er kennt die Stadt, fühlt sich wohl. Am Ende aber entscheidet er sich für ein MBA-Studium an der HHL in Leipzig. „Für mich waren die Netzwerke in führende Dienstleistungs- und Industrieunternehmen ein wichtiger Faktor nach Leipzig zu gehen.“ Er schätzt die deutsche Hochschule mit ihrer Mischung aus hohem theoretischen Anspruch und Best-Practice-Beispielen. Seine Vision wird Realität: kleine Klassen, intensives Training auf internationalem Niveau und gute Kontakte. Robin Brohl erhält die Ausbildung, die er für seine Zukunft braucht. Zudem studiert er ein Semester in Indien an dem IIM-A, dem Indian Institute for Management Ahmedabad.

Robin Brohl hat schnell Fuß in der Geschäftswelt gefasst. Sein Traum: Die Risikogeldgeschäfte großer Konzerne, eines Venture Fonds oder eines Family-Offices lenken. Dank seiner Erfahrungen als Gründer und dem MBA-Studium dürfte ihm da nichts im Weg stehen.

Über den Autor

Lis Schulz
Online Marketing Manager an der HHL