FUN an der HHL

„Kultur der zweiten Chance”: Die FuckUp Night Leipzig fand am 20. Juli 2016 an der HHL Leipzig Graduate School of Management statt.

Am 20. Juli 2016, fand die FuckUp Night Leipzig an der HHL Leipzig Graduate School of Management, im Schmalenbach Hörsaal in Leipzig statt.

Während der Veranstaltung ab 20 Uhr berichteten Unternehmer wie Christoph Hempel vom Basketballverein Leipzig Lakers und Mutige, deren Startups, Projekte und Ideen „baden gingen“. Die ausverkaufte Veranstaltung füllte mit knapp 200 Besuchern den großen Hörsaal und es wurde Geschichten über Schwierigkeiten, Hürden und Fehler gelauscht, genetzwerkt und Spaß gehabt.

HHL-Rektor Prof. Dr. Andreas Pinkwart sagt: „Bei der FuckUp Night wird nicht die ‘Kultur des Scheiterns‘ gepflegt – wer möchte schon jemanden zum Scheitern ermutigen. Es geht vielmehr um eine Kultur der zweiten Chance, schließlich ist jedes unternehmerische Tun mit Unsicherheit verbunden. Es geht darum, Fehler zuzulassen und daraus zu lernen.“

Über die Gründerschmiede HHL Leipzig Graduate School of Management

Mit über 165 Gründungen, die in den letzten 18 Jahren von HHL-Absolventen ausgegangen sind, hat sich die HHL Leipzig Graduate School of Management zu einem sehr erfolgreichen Inkubator für Unternehmensgründungen entwickelt. Durch das Engagement der Gründer konnten bereits mehr als 2.800 Jobs geschaffen werden. 2013 und 2014 errang die HHL einen der drei ersten Plätze für die besten Gründerhochschulen in Deutschland innerhalb des vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und vom BMWi herausgegebenen Rankings „Gründungsradar“. Laut „Financial Times“ liegt die HHL im Bereich Entrepreneurship innerhalb des M.Sc.- sowie des EMBA-Programms national auf Platz 1 bzw. global unter den Top 5.

 

jansen_e„In meinem Vortrag ging es um das Scheitern an akademischen Normen und Orthodoxie. Während des Schreibens meiner Doktorarbeit fand ich es gerade wichtig, daß meine Arbeit neue Horizonte sucht, nicht nur inhaltlich, sondern auch formell. Nachdem diese Form aufgrund ihrer Andersartigkeit zunächst  abgelehnt wurde, hörte ich – ironischerweise – bei meinem dann geglückten Abschluß, ich sei nun “a well formed and adapted member of the academic community”. Ich denke nicht, dass angepasst sein zu Erkenntnis führt. Zur Erklärung sei gesagt, dass in Australien (wo ich absolvierte) externe Gutachter die Arbeit bewerten. Das ist anders in Deutschland. Daher haben deutsche Promovierende mehr Raum mit ihren Doktoreltern neue Wege zu beschreiten. Da kann ich nur empfehlen selbstbewusst und mit viel aufrichtiger Selbstreflektion Dinge anders zu machen. Diese junge Innovation braucht die Akademe, denn wissenschaftliche Arbeit braucht doch das “Experiment” und damit das Scheitern “for the sake of learning”.

Insgesamt war der Abend gleichzeitig sehr entspannt und anregend! Ich hatte später noch ein Gespräch über die Verbindung von Elektrotechnik und Spiritualität und über Inshin-Denshin. Super! So begeistertes Querdenken passt zur HHL.“

Ele Jansen, Unternehmensberaterin für Innovationsstrategien Probst & Partner, Mitarbeiterin an der University of Technology, Sydney
stranz_wiebke„Ich habe zum ersten Mal an einer Veranstaltung wie der FuckUp Night teilgenommen. Ich denke, das Format ist großartig und notwendig, besonders in Deutschland, wo Scheitern oft keine Option ist, von der Gesellschaft teilweise kritisch und negativ betrachtet wird. Und das, obwohl Scheitern oder Rückschläge Teil von unternehmerischen Prozessen sind. Ich habe großen Respekt vor den Sprechern, die unbesonnene Aktionen aus ihrer eigenen Vergangenheit mit 200 Zuhörern teilen, was viel Mut erfordert. Die Atmosphäre während der Veranstaltung war entspannt, wie für die Start-up Szene typisch, die Teilnehmer interessiert und aufgeschlossen. Die Sprecher zeigten, dass Scheitern in ganz verschiedenen Phasen, Formen und Besonderheiten auftritt. In Christoph Hempels Rede wurde deutlich, dass Ideen auch spontan und im Alltag generiert werden können. Zudem sind Führungsqualitäten wichtig und unabdingbar, wenn eine Organisation wächst. Der Fall von Matthias Fege zeigte, dass Scheitern von externen Faktoren ausgelöst werden kann, wie dem Verlust eines Branchenpartners. Der Fuck up von Ele Jansen demonstrierte, dass auch die Hochschulwelt und Forschung nicht gefeit vorm Scheitern sind.“

Wiebke Stranz, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Lehrstuhl für Innovationsmanagement und Entrepreneurship an der HHL Leipzig Graduate School of Management

 

4 3 2 1

Über den Autor

Lis Schulz
Online Marketing Manager an der HHL