Führung neu denken: Das Leipziger Führungsmodell

„You manage things but you lead people“, hat einst der amerikanische Führungspsychologe Warren Bennis gesagt. Gerade in Zeiten hoher Komplexität und dynamischen Wandels wächst seit Jahren der Bedarf an einem ebenso ganzheitlichen wie einfach zugänglichen Führungsmodell, das verantwortliche unternehmerische Führung mit effektivem Management in praxisorientierter und wissenschaftsbasierter Weise miteinander verbindet.

teaserUm diese Lücke in Führungslehre und -praxis zu schließen, stellt die HHL Leipzig Graduate School of Management auf ihrem diesjährigen Forum „Führung neu denken“ vom  6. bis 7. Dezember 2016 das von ihrer Fakultät als Ergebnis eines mehrjährigen Theorie-Praxis-Dialogs entwickelte Leipziger Führungsmodell vor. Sie reagiert damit auf die veränderten Aufgabenstellungen für Führungskräfte in der digitalen, äußerst volatilen und komplexen Welt.

Die HHL zielt damit auf eine Neuausrichtung der Management- und Führungslehre im Sinne eines betont interdisziplinären und praxisorientierten Ansatzes, der die immer wichtiger werdenden Bereiche Innovation und Ethik mit effektivem Management und einem purpose- und beitragsorientierten Führungsverständnis verbindet und dazu geeignet ist, die Studierenden möglichst frühzeitig  für Führungsaufgaben zu begeistern und ihre möglichst unternehmerische und verantwortliche Ausfüllung zu vermitteln.

 

Kompass in unruhigen Zeiten

pinkwart_blogDas Leipziger Führungsmodell setzt auf das innovativ und verantwortlich handelnde Individuum anstelle abstrakter Systeme und bietet Führungskräften anhand zentraler Führungsdimensionen verlässliche Orientierung in komplexen, sich schnell ändernden Kontexten“, sagt HHL-Rektor Prof. Dr. Andreas Pinkwart. Es dient als Kompass für Management-Studenten wie für aktive Führungskräfte – vom Startup über das Familien-unternehmen bis hin zum DAX-Konzern. Explizit adressiert das neue Modell verschiedene Organisationsgrößen, – arten und Branchen mit globalem Bezug.

In seiner Eröffnungsrede zum HHL-Forum 2016, die gleichzeitig seine letzte als Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie war, betont Ulrich Grillo: „In Zeiten des stetigen Wandels – sei es durch die rasant fortschreitende Digitalisierung, tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen oder immer neue ökologische Herausforderungen – bleibt auch uns Unternehmern keine Zeit, die Dinge einfach abzuwarten. Was uns „Wirtschaft mit Haltung“ für gesellschaftliche Akzeptanz abverlangt, müssen wir auch nach innen demonstrieren. Moderne Führung erfordert Redlichkeit und Verlässlichkeit in unserem Handeln aber auch Aufgeschlossenheit für Neues. Es ist gut zu wissen, dass wir uns mit Ihrer wertvollen Arbeit – dem Leipziger Führungsmodell – auf den Weg gemacht haben, Führung aktiv neu zu denken.“

Peter-Drucker-Forscher Professor Joseph A. Maciariello, dem während des HHL-Forums die Ehrendoktorwürde der HHL verliehen wird, sagt: „Das Leipziger Führungsmodell reflektiert in besonderem Maße Druckers Vision. Es stellt die tiefer liegende Frage nach der Bestimmung (Purpose) in den Mittelpunkt und beschreibt damit Führung so, wie sie auch Peter Drucker verstand: als Liberal Art.“

Deutschlands traditionsreichste BWL-Fakultät hat sich des Themas „Führung neu denken“ nicht allein mit tagesaktuellen Formaten angenommen, sondern über die zurückliegenden fünf Jahre hinweg einen systematisch und nachhaltig angelegten Theorie-Praxis-Dialog mit Führungskräften aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik organisiert. Mit der nun vorliegenden Publikation zum Leipziger Führungsmodell  macht die HHL die Ergebnisse dieses interdisziplinär geführten Diskurses für Führungslehre und Unternehmenspraxis sowie für die Führungsforschung verfügbar und lädt zur Weiterentwicklung des Modells ein. Hierzu entwickelt die HHL ihre akademischen Programme ebenso wie ihre Executive Education und das Forschungsprogramm der HHL fort.