Galerist Lybke: „Nur wer Risiken eingeht, kann erfolgreich neue Wege gehen“

Leipzig Leadership Lecture Series an der HHL Leipzig Graduate School of Management

lybke_eigenartBei seiner gestrigen Leipzig Leadership Lecture hat Gerd Harry Lybke die Zuhörer an der HHL Leipzig Graduate School of Management mitgerissen. Deutschlands renommiertester Galerist, der die Galerie Eigen + Art in Leipzig und Berlin betreibt, diskutierte mit Studenten, Professoren und Mitarbeitern der HHL über Unternehmertum und Führung und stellte dabei die Entwicklung und Organisation seiner Galerie, seine Beziehung zu den Künstlern und Sammlern sowie die geschäftliche Seite des Kunstbetriebs in den Vordergrund. Als einer der Schlüsselfiguren innerhalb Kunstrichtung „Neue Leipziger Schule“ rund um den Maler Neo Rauch berichtete der 55-jährige Galerist über die Zeit rund um die Wiedervereinigung. Im Gegensatz zu anderen ostdeutschen Galeristen begann der gebürtige Leipziger nicht im Westen auszustellen, sondern startete temporäre Ausstellungen in Tokio (1990), Paris (1991), Berlin (1992), New York (1993) und London (1994). Die teilweise ungewöhnlichen Expositionen brachten schnell internationale Bekanntheit; die Marke ‚Judy‘ Lybke mit seiner Galerie Eigen + Art war geboren.

Lybke riet in diesem Zusammenhang: „Kennt Eure Botschaft, die Ihr der Welt kommunizieren wollt“ und: „Tut die Dinge, die Ihr am besten könnt“. Mit Blick auf die politische Wendezeit meinte der Galerist: „Genau wie damals brauchen wir heute Helden. Jedoch: Keiner möchte Held sein. Steht auf. Nur wer Risiken eingeht, kann erfolgreich neue Wege gehen.“ Am besten ginge das laut des Galeristen im Team. Lybke zog innerhalb seines Vortrags auch Parallelen zwischen Künstlern und den HHL-Studenten. Gleich den Künstlern würden die HHLler durch den Aufbau von neuen Geschäftsfeldern und Startups antizipieren, was Menschen zukünftig brauchen könnten. Die Rolle des Galeristen beschrieb Lybke als Manager des Künstlers. „Ich lasse ihn das machen, was er am besten kann: Kunst“, so Lybke zusammenfassend.

Zu Konflikten käme es, wenn der Galerist auch gleichzeitig Kunstsammler sei. Ob er persönlich Kunst sammeln würde? Lybke antwortete rasch: „Ich selbst sammle nicht. Ich bin tagtäglich von Kunst umgeben.“ Neben Glück, so Lybke, basiere sein Erfolg maßgeblich auf der Leistung seines 27-köpfigen Teams, das er mit viel Herzblut, klaren Strukturen und transparenten Kommunikationswegen führt.

Auf dem Weg zum Leipziger Führungsmodell: Die „Leipzig Leadership Lecture“ an der HHL

lybke2Mit der Vortragsreihe „Leipzig Leadership Lecture“ bietet die HHL Leipzig Graduate School of Management ein Forum für Führungskräfte sowohl aus dem öffentlichen wie aber auch aus dem privaten Sektor, um relevante Führungsherausforderungen anzugehen. Diese Erkenntnisse möchte die HHL mit ihren Studenten sowie Professoren und Mitarbeitern teilen.

Die Vorträge sind in einen akademischen Diskurs eingebettet, der mit dem jährlichen HHL-Forum „Führung neu denken“ begonnen hat und stets weiterentwickeln wird. Das erklärte Ziel, d.h. die Schaffung eines neuen „Leipziger Führungsmodells“, wird nun Wirklichkeit. Am 6./7. Dezember 2016 stellt die HHL das Leipziger Führungsmodell erstmals der Öffentlichkeit vor.

Die Leipziger Manager-Schmiede möchte damit ein neues Verständnis von Führung entwickeln und wegkommen von dem Streben nach kurzfristiger Gewinnmaximierung. Verantwortung und Nachhaltigkeit muss eine größere Rolle in der Lehre zu spielen und nicht nur in einzelnen Ethik-Veranstaltungen. Während dies das langfristige Ziel der HHL ist, wird jede Leadership-Vorlesung den Studenten, Professoren und Mitarbeitern der HHL auch die Möglichkeit geben, eine Antwort auf die oft gestellte Frage „Was braucht es dazu?“ zu finden. Manager aus verschiedenen Branchen und mit den unterschiedlichsten Hintergründen erläutern innerhalb der „Leipzig Leadership Lecture“ Fähigkeiten, die sie auf ihrem beruflichen Weg gelernt und die sie erfolgreich auf ihre aktuelle Rolle vorbereitet haben.

Über den Autor

Lis Schulz
Online Marketing Manager an der HHL