Eine ausführliche Vorabrecherche

„Eine ausführliche Vorabrecherche in Bezug auf die eigenen Vorstellungen ist unabdingbar“

Zuständig für das Ausbildungsmarketing für Deutschland bei seinem Arbeitgeber Continental AG und bei der HHL Teilzeit-M.Sc.-Student: Der 24-jährige Sebastian Schmidt berichtet im Interview von seinen Erfahrungen hinsichtlich einer erfolgreichen Platzierung des Themas Teilzeit-Studium bei seinem Arbeitgeber.

Wenn der Wunsch nach einer universitären Weiterbildung neben dem Beruf gereift ist: Wie kann man sich am besten auf das Personalgespräch mit dem Vorgesetzten vorbereiten?

Den Wunsch hatte ich schon im Laufe des dualen Bachelorstudiums bei Continental entwickelt. Für mich war klar, dass ich den Master unbedingt machen möchte. Die Timeline, die ich mir selbst gesetzt hatte, war ein Jahr in Vollzeit zu arbeiten und im Anschluss das Studium wiederaufzunehmen. Den Plan, erst Vollzeit-Berufserfahrung zu sammeln und danach mit dem Master anzufangen, konnte ich dann tatsächlich so auch umsetzen.

Vor dem entscheidenden Gespräch habe ich bereits ausführlich Recherche betrieben in Bezug auf meine Vorstellungen, konkrete Zeiträume für Vorlesungen, aber auch Inhalte des Studiums. Ich wollte nicht nur den vagen Wunsch eines Studiums äußern können, sondern direkt konkrete Inhalte und eine mögliche Vereinbarkeit mit meinem Job liefern.

Gibt es den perfekten Zeitpunkt, um mit dem Thema aufzuwarten?

Den perfekten Zeitpunkt gibt es meiner Meinung nach nicht, generell kann man aber sagen, je früher desto besser, um der Abteilung bzw. dem Vorgesetzten die Möglichkeit zu geben, langfristig planen zu können. Ich habe das Thema im Rahmen eines Personalentwicklungsgesprächs zur Sprache gebracht, da sich dieser Aspekt gut anbringen lässt, wenn man generell über die berufliche Entwicklung spricht. Meiner Meinung nach eignet sich der Kontext besser als routinemäßige Rücksprachen, weil diese eher auf detaillierte Arbeitsinhalte bezogen sind.

Welche Argumente sind besonders wirksam, wenn es darum geht, den Vorgesetzten von den Teilzeit-Master-Plänen zu überzeugen?

Ich hatte das große Glück, dass meine Abteilung dem Thema sehr offen gegenübersteht, weshalb ich nicht sehr viel Überzeugungsarbeit leisten musste. Wichtig ist, herauszustellen, dass man das Studium als Weiterbildung zur unternehmensinternen Karriere nutzen möchte. Entsprechend sollten die Studieninhalte mit der aktuellen Stelle oder einer langfristig angestrebten Stelle im Unternehmen verknüpfbar sein. Auch wenn sich genaue Inhalte im Vorfeld oft schwer abschätzen lassen, kann man in der Regel immer davon ausgehen, dass so ein Studium Vorteile für die aktuelle Stelle mit sich bringen. So konnte ich in meinem sehr marketinglastigen Beruf nicht nur Wissenswertes aus der Marketingvorlesung, sondern beispielsweise auch aus der Finance-Vorlesung in den Joballtag einbringen.

Wie spricht man das Thema finanzielle Arbeitgeber-Beteiligung bei den Studienkosten am besten an?

Was ich empfehlen kann, ist ein schrittweises Vorgehen: Erst, wenn das grundsätzliche Einverständnis zum Teilzeit-Masters seitens des Unternehmens da ist, darauf aufbauend über eine Unterstützung zu sprechen, um den Vorgesetzten nicht zu überrumpeln, sondern sukzessive vorzugehen. In meinem Fall ist es so, dass ich keine monetäre Unterstützung erhalte, sondern eine Teilzeit-Unterstützung und meine Stelle so angepasst wurde, dass ich zwei Tage pro Woche Zeit habe, mich auf das Studium zu konzentrieren.

Wieso ist die Wahl bei der Suche nach einem M.Sc.-Teilzeitstudium auf die HHL gefallen?

Ich habe im Vorfeld eine trichterartige Einschränkung bei der Auswahl vorgenommen. Zunächst habe ich mich für ein Teilzeit-Programm mit längeren Präsenzphasen und somit gegen ein Fern- oder Abendstudium entschieden. Im Zuge der Recherche nach MBA-Studiengängen kam ich zu dem Schluss, dass diese nicht den von mir gewünschten BWL-Fokus haben. Stattdessen suchte deshalb nach MBA-ähnlichen Konzepten, die verstärkt auf einem kaufmännischen Grundstudium aufbauen. So bin ich auf den M.Sc. gestoßen und habe verschiedenste Hochschulstudiengänge analysiert. Dabei habe ich mich vor allem an Rankings, wie das der Financial Times, sowie an Erfahrungsberichten und HHL-Alumni aus meinem Unternehmen gehalten und eine eigene Rangfolge vorgenommen. Mit der HHL und ihrer Ausrichtung konnte ich mich schließlich am besten identifizieren, nicht nur hinsichtlich des Studienprogramms und der -inhalte, sondern vor allem auch bezüglich des Ansatzes einer nachhaltigen Führung.


Langfristig planen, nachhaltig überzeugen

Über den Autor

Lis Schulz
Online Marketing Manager an der HHL