Du kannst es schaffen

6 Tipps für einen erfolgreichen GMAT

Wer an renommierten Business Schools studieren will, braucht nicht nur den Willen zum Erfolg, sondern vor allem eins: eine hohe Punktzahl im GMAT! Der Graduate Management Admission Test ist anspruchsvoll, doch wer sich richtig vorbereitet, hat gute Chancen.

„Atme richtig, iss reichhaltige Nahrung, behalte die Nerven“: Das könnte auch die  Anleitung für einen Leistungssportler sein, kurz vorm Startschuss. Doch die Tipps, die Sayantan Chattopadhyay im Internet veröffentlicht, richten sich an angehende Business-Studierende, die für ihr Masterstudium neben guten akademischen Leistungen und einem interessanten Lebenslauf vor allem eins brauchen: den GMAT. Und den macht man nicht mal so eben nebenbei.

„Als ich vor einem halben Jahr begann mich auf den GMAT vorzubereiten, wunderte ich mich, wie schwierig es für einen 41-jährigen Akademiker sein würde, sich intensiv mit Zeitformen, Attributen oder Mengenlehre zu beschäftigen“, schreibt Chattopadhyay auf gmatclub.com. Der gebürtige Inder, der schon vor über 15 Jahren die Universität abschloss, arbeitete jahrelang als gestandener Maschinenbauingenieur in der Industrie. Doch dann bemerkte er, dass er auf der Karriereleiter nicht weiterkam. Denn ihm fehlte etwas: der MBA.

Ohne GMAT, kein MBA

Wer sich für einen MBA oder einen Management-Master an einer renommierten Business School bewerben will kommt um den GMAT nicht herum. Mit dem Test wollen Business Schools herausfinden, ob die Bewerber auch wirklich geeignet sind. Denn bei allen guten Studienangeboten gibt es deutlich mehr Bewerber als Plätze. Zudem sind vorherige Studienleistungen schwer zu vergleichen. Daher ist der weltweit standardisierte GMAT sinnvoll. Zudem werden mit ihm nicht nur fachliche Fähigkeiten geprüft, sondern auch, ob dieses Wissen auf Knopfdruck abrufbereit ist. Für langes Überlegen bleibt da keine Zeit. Und es braucht viel Disziplin.

Ohne GMAT, kein MBAKein Fernsehen, keine Freizeit, keine Freunde – Gute Vorbereitung ist alles

 „Egal, ob du noch ein Meeting hast, deine Frau zum Shopping fahren sollst oder deine Tochter von der Tanzschule abholen musst, komme nicht von deinem Lernplan ab“, schreibt Sayantan Chattopadhyay. Er selbst hat sich Lernpläne im Wochen- beziehungsweise Monatsrhythmus geschrieben und sie dann rigoros eingehalten. Kein Fernsehen, keine Freizeit, keine Freunde. Chattopadhyay nahm den Test ernst. „Übe, als hängt dein Leben vom GMAT ab, dann kannst du es schaffen“, sagt der 42-Jährige heute.

Auch Mareike Köhler hatte sich den Monat vor dem Test frei genommen. „Für mich war es wichtig, dass ich nicht von anderen Aufgaben wie Vorlesungen oder Klausuren abgelenkt werde“, sagt die 24-Jährige, die gerade dabei war ihren Bachelor in Jena zu absolvieren. Sie schloss sich zu Hause ein und konzentrierte sich ganz auf die Aufgaben – zuerst auf die Lernvideos  der Onlineplattform Lecturio. So erhielt sie einen guten Überblick über den Aufbau, die Fragetypen und Strategien zur Bearbeitung des GMATs. Geholfen habe Köhler auch, dass sie sich kurz vorher auf den Sprachtest TOEFL vorbereitete. Er ist ebenfalls Voraussetzung für den Eintritt in zahlreiche englischsprachige Universitäten. Dabei paukte sie Vokabeln, die auch im GMAT auftauchten und ihr weiterhalfen.

Später griff sie auf das Buch Kaplan GMAT Premier 2015 zurück. „Es bietet nicht nur eine sehr umfangreiche Wiederholung der abgefragten Themen in Mathematik und Englisch, sondern auch den Zugang zu Onlineplattformen mit Fragen und Probe-GMATs“, sagt Mareike Köhler. Die Auswahl der Lehrbücher ist groß. Vor allem die „Official Review“ Bücher von GMAC sind ein Muss, da nur sie echte ehemalige Originalfragen des GMAT enthalten. Franz von Consbruch schaffte sich zusätzlich ein Buch von Manhattan GMAT an. Sie enthalten Codes, mit denen er  online auf der Seite von ManhattanPrep Probetests machen konnte.

Viel Stoff, starke Nerven so funktioniert der GMAT

„Ich habe acht Müsliriegel, zwei Bananen gegessen und einen halben Liter Gatorade zum Frühstück getrunken. In jeder Pause aß ich zwei weitere Müsliriegel und trank wieder eine halbe Flasche Gatorade, sogar wenn ich gar keinen Hunger hatte“, erinnert sich Sayantan Chattopadhyay. Das Gehirn braucht Nahrung, das wissen eben nicht nur Spitzensportler, sondern auch Business-Studierende.

Der Test besteht grob aus vier Teilen: einem Aufsatzteil (Analytical Writing Assessment), einem Argumentationsteil, der die Fähigkeit testet, aus Quellen Daten zu interpretieren (Integrated Reasoning Section), einem mathematischen Teil mit Arithmetik, Algebra und Geometrie (Quantitative Section) und einem sprachlichen Teil (Verbal Section). Hier wird auf Analyse, Grammatik und Leseverständnis geprüft. Für alles zusammen hat man rund vier Stunden Zeit.

Dabei zahlen sich die persönlichen Präferenzen der Bewerber aus. Mareike Köhler zum Beispiel fiel der mathematische Teil leichter als der verbale. „Die mathematischen Fragen beruhen zum großen Teil auf Wissen aus der gymnasialen Unterstufe“, sagt sie. Schnell gehen musste es trotzdem: zwei Minuten Zeit pro Frage und das ohne Taschenrechner.

Den verbalen Teil hingegen fand die Studentin trickreicher, da man sich von seinem gewohnten Sprachgefühl lösen und streng nach Syntaxregeln vorgehen müsse. Wichtig sei vor allem, sich für die ersten Fragen eines Fragenkomplexes Zeit zu nehmen, erklärt Köhler. Zudem sollte keine Frage unbeantwortet bleiben. Denn bei einer falschen Antwort, wird man auf einen niedrigen Score eingepegelt und das Endergebnis verschlechtert sich. Wenn es aber mal nicht gleich klappt, ist das kein Weltuntergang. Auch für den 26-Jährigen Franz von Consbruch waren einige Aufgaben so schwer, dass er sie nicht in kurzer Zeit lösen konnte.

Experten fragen!

Hilfe bei der Vorbereitung aber gibt es genug. Mittlerweile bieten erfolgreiche GMAT-Absolventen und GMAT-Trainer Workshops an und verraten wie man am besten durch den Test kommt. Claus Huber ist studierter Physiker und MBA-Absolvent der Universität St. Gallen. Er gründete GMAT-Workshop.de und berät seit Jahren GMAT-Anwärter. „Wie gut jemand den Test abschließt, hängt auch von der jeweiligen Begabung ab. Dennoch sollte jeder mindestens vier bis sechs Wochen Vorbereitungszeit einplanen, abhängig von der zur Verfügung stehenden Zeit und dem individuell angestrebtem Target-Score“, sagt Huber.

Für den mathematischen Teil rät er sich vor allem mit Teilbarkeitsregeln und Primzahlen zu beschäftigen. Dabei sollte man zum Beispiel schnell eine große Zahl in ihre Primfaktoren zerlegen können. Die Primfaktorenzerlegung hilft auch dabei hilft, Brüche mit großen Zahlen schneller zu kürzen und auszurechnen. Für den Sprachteil empfiehlt Huber das schnelle Lesen und Verstehen englischer Texte. Im Critical Reasoning Teil ist es entscheidend die Logik und den Aufbau verschiedener Fragentypen genau zu verstehen. Soll eine These unterstützt oder die Kernaussage eines Textes ermittelt werden – für alles gibt es unterschiedliche Taktiken. Vor allem aber schwört der Experte auf ein sogenanntes Fehler-Tagebuch, in dem jede Aufgabe, die falsch beantwortet wurde sowie deren  Lösungsweg notiert werden soll. Der Grund: „Die Anzahl der in GMAT-Fragen getesteten mathematischen Methoden und Konzepte ist begrenzt und mit jedem Fehler, den Sie analysieren und daraus lernen verschwinden die weißen Flecken in Ihrem GMAT-Wissen“, sagt Claus Huber.

Wie läuft der GMAT ab?

Zuerst müssen sich Interessenten über die offizielle GMAT Webseite registrieren. Die Bewerber wählen ein Datum und ein Testzentrum – egal wo auf der Welt. Die Tests finden in videoüberwachten Räumen statt. Der Raum darf meist nur für eine  kurze Pause zwischen den einzelnen Teilen verlassen werden. Nach einem Monat können Bewerber den Test wiederholen, so oft bis sie den erhofften Wert erreichen. Allerdings können Hochschulen prüfen, wer fünf Anläufe brauchte oder schon beim ersten Mal punktete.

Gut gepunktet, hoch hinaus

Für die Hochschulen ist der GMAT von großer Bedeutung. Die Ergebnisse der Studierenden werden veröffentlicht und fließen in die nationalen und internationalen Rankings der MBA-Schulen mit ein. Renommierte deutsche Business Schools wie die HHL verlangen einen GMAT-Wert von mindestens 600 Punkten. Für die führenden Universitäten in den USA wie Harvard oder Standford benötigt man einen noch höheren Wert, um einen der begehrten Studienplätze zu ergattern. Maike Köhler, Franz von Consbruch und Sayantan Chattopadhyay haben es geschafft. Mit 650, 700 und 780 Punkten haben sie sehr gute Ergebnisse erzielt und studieren heute an der renommierten HHL Leipzig Graduate School of Management. Das Motto „Übe als hinge dein Leben vom GMAT ab“ hat sich also gelohnt. Während Köhler eine Karriere in der Industrie anstrebt und von Consbruch sein eigenes Unternehmen gründen will, strebt Chattopadhyay einen Doktor in Finance an. Dann wird auch seine Familie aus Indien nachkommen.

6 Tipps für einen erfolgreichen GMAT

 

Empfohlene Veranstaltungen:

» Preparation Seminar for the HHL Entry Test in Cologne

» Intensive GMAT Seminar in Leipzig

 

Über den Autor

Lis Schulz
Online Marketing Manager an der HHL